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Nahtloses Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3

16Mo3 ist ein nahtloses Rohr der Güteklasse EN 10216-2, das bei der Herstellung von Kesseln oder Druckbehältern verwendet wird. Diese Güteklasse entspricht dem inländischen 12Cr1MoV. Weit verbreitet in der Erdöl‑, Chemie‑, Kraftwerks‑, Kessel- und anderen Industrien zur Herstellung von Reaktoren, Wärmetauschern, Abscheidern, Kugeltanks, Öl- und Gastanks, Flüssiggastanks, Kernreaktorhüllen, Kesseltrommeln, Flüssiggasflaschen, Hochdruckwasserleitungen, Wasserradspiralen und anderen Geräten und Komponenten. Fortschrittliche Anlagen wie Brennschneidmaschinen, Schweißmaschinen und Hydraulikpressen erlauben das präzise Zuschneiden und Schweißen von Bauteilen, Strukturrahmen, Kesseldeckeln und Böden. Es können Stahldicken bis 650 mm geschnitten werden. Die Umsetzung erfolgt gemäß Norm EN 10028.

Was unterscheidet Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 von anderen Druckbehälterstählen? Welche Eigenschaften sind für Einkäufer entscheidend? Im Folgenden erhalten Sie einen detaillierten Überblick.

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Werkstoffbezeichnung und Norm

Die Norm EN 10216-2 definiert nahtlose Stahlrohre für Druckbeanspruchung bei erhöhten Temperaturen. Die Bezeichnung 16Mo3 leitet sich vom Kohlenstoffgehalt (ca. 0,16 %) und dem Molybdänanteil (ca. 0,3 %) ab. Wie wirkt sich der Mo‑Zusatz aus? Molybdän erhöht die Warmfestigkeit und verbessert die Schweißeignung. Welche Prüfbescheinigungen werden üblicherweise gefordert? Abnahmezeugnis 3.1 nach EN 10204 ist Standard, optional 3.2.

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Chemische Zusammensetzung

Die präzise Legierungszusammensetzung beeinflusst sowohl die Verarbeitung als auch das Langzeitverhalten. Nachfolgend die verbindlichen Grenzwerte (Schmelzanalyse).

ElementCMnSiPSCrMo
Bereich (%) 0,12–0,20 0,40–0,90 ≤0,35 ≤0,025 ≤0,010 0,30–0,70 0,25–0,35

Welche Auswirkungen haben geringe Schwefel- und Phosphorgehalte? Sie minimieren die Gefahr von Heißrissen und Versprödung. Der kontrollierte Chromanteil unterstützt die Oxidationsbeständigkeit bei moderaten Temperaturen.

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Mechanische Eigenschaften

Die folgenden Mindestwerte gelten für Raumtemperatur (längs zur Rohrachse).

EigenschaftMindestwert
Streckgrenze ReH≥ 280 MPa
Zugfestigkeit Rm440 – 590 MPa
Bruchdehnung A5≥ 22 %

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Abmessungen und Toleranzen

Wie variieren Außendurchmesser und Wanddicke in der Praxis? Die nachstehende Tabelle gibt typische lieferbare Bereiche und zulässige Abweichungen wieder (gemäß EN 10216-2).

Außendurchmesser (mm)Wanddicke (mm)Toleranz AußendurchmesserToleranz Wanddicke
21,3 – 48,32,0 – 6,3±0,40 mm±12,5 % oder min ±0,4 mm
48,3 – 168,32,9 – 20,0±0,75 %±10 %
168,3 – 610,06,3 – 65,0±0,75 %±10 %
610,0 – 711,010,0 – 100,0±0,90 %±12,5 %

Welche Längen sind üblich? Standardmäßig werden Rohre in fixen Längen (5,8–12 m) oder als Zufallslängen geliefert. Auf Anfrage sind auch präzise zugeschnittene Längen möglich.

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Wärmebehandlung und Schweißverhalten

Die vorgeschriebene Wärmebehandlung besteht aus Normalisieren oder Normalisieren + Anlassen. Wie wird die Schweißnahtqualität sichergestellt? Vor dem Schweißen ist ein Vorwärmen auf 150–200 °C erforderlich. Nach dem Schweißen sollte die Naht etwa 30 Minuten lang unter einer Wärmedämmung langsam abkühlen. Der Mangangehalt (0,40–0,90 %) beeinflusst die Zähigkeit des Schweißguts entscheidend: Werte unter 0,05 % führen zu Versprödung, über 3 % zu Rissanfälligkeit; der optimale Bereich liegt bei 0,6–1,8 %. Deshalb ist die Einhaltung der Spezifikation kritisch.

Die Wirkung des Schwefelelements (S) ist ebenfalls zu beachten: Schwefel liegt häufig als Eisensulfid an den Korngrenzen vor. Ein zu hoher Schwefelgehalt setzt die Zähigkeit herab und begünstigt Heißrisse („Heißsprödigkeit“) beim Schweißen. Daher wird der Schwefelgehalt strikt auf ≤0,010 % begrenzt – ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zu einfachen Kohlenstoffstählen.

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Anwendungsbereiche

Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten erstreckt sich über zahlreiche Industriesektoren: Reaktoren, Wärmetauscher, Abscheider, Kugelbehälter, Öl- und Gastanks, Flüssiggaslagerung, Kernreaktormäntel, Kesseltrommeln, Hochdruckwasserleitungen sowie Spiralkammern für Wasserturbinen. Dank der ausgezeichneten Schweißbarkeit und der guten Kaltumformbarkeit eignet sich 16Mo3 sowohl für Neubau als auch für Instandhaltungsprojekte.

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Vergleich mit ähnlichen Güten

16Mo3 ist vergleichbar mit der ehemaligen deutschen Bezeichnung 15Mo3 sowie der chinesischen Güte 12Cr1MoV. Während 15Mo3 historisch verwendet wurde, bietet 16Mo3 eine leicht verbesserte Kerbschlagarbeit und eine engere Toleranz bei den Begleitelementen. Im internationalen Kontext wird die Spezifikation auch unter ASTM A209 T1 geführt, wobei dort abweichende Prüfbedingungen vorliegen können.

Stahlrohr 16Mo3

Nahtlose Stahlrohre EN1026-2 16Mo3 sind vielseitig einsetzbar. Für die Gewährleistung optimaler Performance und Langlebigkeit sind Schweißparameter und Legierungszusammensetzung von zentraler Bedeutung.

Was ist bei der Bestellung von Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 zu beachten?
✔ Angabe der Norm und Güte: EN 10216-2 / 16Mo3
✔ Gewünschte Abmessungen (Außendurchmesser × Wanddicke) und Länge
✔ Prüfbescheinigung: EN 10204 – 3.1 oder 3.2
✔ Zusätzliche Prüfungen: Ultraschallprüfung, Zugversuch bei erhöhter Temperatur, Härteprüfung
✔ Lieferzustand: normalgeglüht (N) oder normalgeglüht + angelassen (N+T)
✔ Oberflächenschutz: optional mit temporärem Rostschutzöl

Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 Physikalische Kennwerte

EigenschaftWert (bei 20°C)
Dichteca. 7,85 g/cm³
Elastizitätsmodul210 GPa
Wärmeleitfähigkeit42 W/(m·K)
Spezifische Wärmekapazität460 J/(kg·K)
Mittlerer Wärmeausdehnungskoeffizient (20–300°C)12,5 × 10⁻⁶ K⁻¹

Wie verhält sich der Werkstoff bei höheren Temperaturen? Die Zeitstandfestigkeit ermöglicht den Einsatz bis etwa 500 °C – abhängig von der Wanddicke und der Auslegungsspannung. Für genauere Berechnungen sind die Werte nach EN 13480‑3 heranzuziehen.

Die stetige Verfügbarkeit von Stahlrohr EN 10216-2 16Mo3 in verschiedenen Abmessungen macht diesen Werkstoff zu einer verlässlichen Wahl für den Anlagenbau. Bei spezifischen Anforderungen an Toleranzen oder Sonderlängen empfiehlt sich eine frühzeitige Abstimmung.

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